Die stille Gefahr im Mund: Zahn- und Kieferzysten
Zysten im Bereich des Mundes, der Zähne oder des Kiefers verursachen anfangs meist keine Beschwerden, können jedoch im Laufe der Zeit umliegendes Gewebe schädigen. Sie entstehen häufig an Zahnwurzeln, im Kieferknochen oder in Weichgeweben und können unbehandelt zu Zahnverlust, Knochenabbau, Infektionen oder sogar Kieferbrüchen führen.

Eine Zystenoperation dient dazu, diese schädlichen Strukturen chirurgisch zu entfernen und die Mundgesundheit zu erhalten. Durch eine frühzeitige Diagnose und fachgerechte Behandlung kann ein gesundes und ästhetisches Mundbild wiederhergestellt werden.


Häufige Arten von Kieferzysten

  • Radikuläre Zyste: Die häufigste Form, entsteht an der Wurzel abgestorbener oder kariöser Zähne.

  • Dentigene (follikuläre) Zyste: Entwickelt sich um verlagerte (nicht durchgebrochene) Zähne.

  • Parodontale Zyste: Steht im Zusammenhang mit dem Zahnfleischgewebe.

  • Residualzyste: Bleibt nach der Entfernung eines Zahnes im Kiefer zurück.

  • Keratocystische Zyste: Aggressive Form mit hoher Rückfallwahrscheinlichkeit.


Symptome von Kiefer- und Zahnzysten

Viele Zysten werden zufällig im Röntgenbild entdeckt. Bei fortgeschrittenem Verlauf können folgende Symptome auftreten:

  • Schwellung im Zahn- oder Kieferbereich

  • Verhärtung oder tastbare Knotenbildung

  • Schmerzen oder Druckempfindlichkeit im Mund

  • Zahnwanderung oder Lockerung

  • Abszess oder Sekretabfluss

  • Gesichtsasymmetrie oder Schwellung

  • Ausdünnung des Kieferknochens


Wie wird eine Zystenoperation durchgeführt?

Die Behandlung richtet sich nach Typ, Größe und Lage der Zyste:

  1. Kleine Zysten:
    Das infizierte Gewebe wird unter Lokalanästhesie entfernt und der Bereich gereinigt. Gegebenenfalls wird der betroffene Zahn ebenfalls gezogen.

  2. Große Zysten:
    Ein chirurgischer Schnitt wird gesetzt, die Zystenwand vollständig entfernt und der Knochen bei Bedarf mit Knochenersatzmaterial wieder aufgebaut. Anschließend erfolgt die Naht.

  3. Zysten um verlagerte Zähne:
    Zahn und Zyste werden gemeinsam entfernt. Die Heilung dauert hier etwas länger.


Nach der Operation

  • Schmerzmittel und Antibiotika wie vom Zahnarzt verordnet einnehmen

  • In den ersten 24 Stunden kühlen, um Schwellung zu vermeiden

  • Zwei Tage lang keine heißen, harten oder scharfen Speisen

  • Kein Rauchen oder Alkohol

  • Sanfte Mundhygiene, die Wunde nicht direkt bürsten

  • Nähte werden meist nach 7–10 Tagen entfernt

  • Kontrolltermine unbedingt wahrnehmen


Unbehandelte Zysten können verursachen:

  • Knochenabbau im Kiefer

  • Zahnwanderung oder Zahnverlust

  • Nervenschäden und Taubheitsgefühl

  • Gesichtsverformungen

  • Wiederkehrende Infektionen

  • In seltenen Fällen Tumorbildung


Häufig gestellte Fragen

  1. Ist eine Zystenoperation schmerzhaft?
    Nein. Der Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie. Leichte Schmerzen oder Schwellungen danach sind normal und gut behandelbar.

  2. Können Zysten wiederkehren?
    Ja, besonders keratozystische Zysten neigen zu Rückfällen. Regelmäßige Nachsorge ist wichtig.

  3. Wie lange dauert die Heilung?
    In der Regel beginnt die Heilung nach 7–10 Tagen, bei größeren Zysten etwas später.

  4. Regeneriert sich der Knochen nach der Entfernung?
    Ja. Der Knochen wächst nach, bei größeren Defekten wird zusätzlich Knochenersatzmaterial verwendet.

  5. Müssen alle Zysten operiert werden?
    Nein. Kleine, inaktive Zysten können beobachtet werden. Wachsende oder infizierte Zysten müssen jedoch chirurgisch entfernt werden.

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